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Güllekohle

Gülleausbringung ohne Aufbereitung – was passiert?

Gülle ist ein reines Fäulnisprodukt mit einem hohen pH-Wert. Dadurch können sich in der Gülle Fäulniskeime mit all ihren produzierten Toxinen nicht nur halten, sondern sogar vermehren. Ein Großteil des wertvollen Pflanzennährstoffs Stickstoff verschwindet in Form von Ammoniak in die Luft. Güllewirtschaft in der derzeitigen Form verursacht also viele Probleme und Nährstoffverluste und ist somit nicht mehr zeitgemäß.

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Versuchsprojekt der Ökoregion Kaindorf: Ertragssteigerung durch konzentrierte Einbringung eines Kohle-Gülle-Gemisches in den Wurzelraum 

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Was bringt die Güllekohle?

Durch den Zusatz von Güllekohle wird eine riesige Oberfläche eingebracht, die einen Teil des Stickstoffs festhalten kann. Gleichzeitig wird ein spezieller Lebensraum für eine erwünschte aerobe Biologie geschaffen. Durch die vielen Nanoporen in der Güllekohle bringt man nämlich auch immer Luft in die Gülle ein, die sich hier sehr gut halten kann. Die Hauptwirkung entfaltet die Güllekohle aber erst, wenn sie gemeinsam mit der Gülle ausgebracht wird. Im Boden wirkt sie wie ein Schwamm, der mit (Gülle)nährstoffen aufgeladen das Pflanzenwachstum stimulieren kann und gleichzeitig den Humusaufbau startet (Terra-Preta-Effekt).

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Wie wird sie eingesetzt?

Die Güllekohle in einer Menge von 4 kg/m3 in die bestehende Güllegrube einrühren. Als Grundsatz gilt: je früher dies passiert, desto besser – desto mehr kann sich die Güllekohle auch mit den vorhandenen Nährstoffen aufladen.

Besser wäre, wenn die Güllekohle bereits regelmäßig im Stall auf die Kotplatte gestreut wird und so immer mit der frischen Gülle regelmäßig in die Grube kommt.

Dosierung und Einsatz

Durch den Zusatz von 4 kg Güllekohle pro Kubikmeter Gülle, wird diese innerhalb weniger Stunden vollkommen geruchsfrei. Der enthaltene Stickstoff wird durch die Güllekohle gebunden und geht auch nach der Ausbringung der so aufbereiteten Gülle nicht mehr verloren. Alleine durch diesen Effekt können pro eingesetzten Kilogramm Güllekohle rund 0,65 € an Düngungskosten eingespart werden.

Die Güllegrube bis auf einen Rest von 50 m3 leeren, anschließend 100 – 250 Liter Sauerkrautsaft (oder Effektive Mikroorganismen) und 500 Liter Melasse, sowie eine Tonne Güllekohle einrühren. Ab diesem Zeitpunkt regelmäßig Güllekohle im Stall einstreuen (sodass man für das frische Material ca. auf die oben erwähnte Menge von 4 kg / Kubikmeter Gülle kommt) und EM oder Sauerkrautsaft regelmäßig versprühen. Der Erfolg lässt sich durch eine pH-Wert Messung leicht überprüfen: Die Gülle sollte im deutlich sauren Bereich (pH < 5,0) liegen.

Generell gilt: je früher die Güllekohle eingesetzt wird, desto rascher kann sie auch ihre Wirkung entfalten. Am besten sollte sie bereits im Stall (regelmäßig in kleineren Mengen) eingestreut werden. Eine zusätzliche Belüftung der Gülle fördert die erwünschte aerobe Mikrobiologie und kann nur empfohlen werden!